23. September 2014

Rojava/Nordsyrien: Kobanê unter Angriff, Gefahr eines weiteren Massakers

Im Folgenden leiten wir einen dringenden Aufruf des in Frankfurt ansässigen Informationszentrums "Civaka Azad" zu Rojava (Nordsyrien) weiter. Seit einer Woche ist das Kanton Kobani(/ê) unter einem großen Angriff der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) ausgesetzt, mehr als 70.000 Menschen sind nach Nordkurdistan (Türkei) geflohen. Mehr als 400.000 Menschen leisten Widerstand gegen das weitere Vordringen des IS. Auf der anderen Seite der Grenze solidarisieren sich tausende Menschen, die jedoch von türkischen Soldaten immer wieder angegriffen werden.

Wir unterstützen den Aufruf zur Bildung von Delegationen, die an die Grenze zu Kobanî reisen sollen und rufen Euch alle auf, ih zu verbreiten und mögliche Delegationsteilnehmer anzufragen.

 

Hier ein Video-Link von Heike Hänsel, Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te der Frak­ti­on DIE LINKE:

http://jungewelt.de/downloads/heike-haensel.mp4

Heike Hän­sel, auch Vor­sit­zen­de des Un­ter­aus­schus­ses für die Ver­ein­ten Na­tio­nen, ist an einer Be­ob­ach­tungs­de­le­ga­ti­on be­tei­ligt und er­klär­te heute Mit­tag in einer Vi­deo­bot­schaft: „Wir brau­chen hier in­ter­na­tio­na­le Prä­senz, auch von den Ver­ein­ten Na­tio­nen. Das ist das Min­des­te, was wir die­sen Men­schen hier an­bie­ten müs­sen, die wirk­lich das schlimms­te er­lebt haben. Sie wer­den von den IS-Kämp­fern aus ihren au­to­no­men Re­gio­nen ver­trie­ben. Des­halb müs­sen wir sie hier un­ter­stüt­zen. Es ist wich­tig, dass mehr Leute hier­her kom­men und wir den Druck er­hö­hen. (…) Es ist eine Schan­de, dass die Ver­ein­ten Na­tio­nen hier nicht prä­sent sind. Ich for­de­re auf, dass wir hier um­fas­send hu­ma­ni­tä­re Hilfe hin­brin­gen.“

 

Solidarische Grüße

SprecherInnenrat des Bundesarbeitskreises „Demokratie in der Türkei, Frieden in Kurdistan“

e-mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! - http://www.bak.dtfk.de

 

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Rojava/Nordsyrien: Kobanê unter Angriff, Zehntausende auf der Flucht, Gefahr eines weiteren Massakers

 

Dringender Aufruf zu Beobachtungsdelegationen an die türkisch-syrische Grenze, Civaka Azad,

 

20.09.2014 Medienberichten zufolge flohen seit Freitag mehr als 45.000 Menschen aus dem Kanton Kobanê (Arab al Ain) über die Grenze in die Türkei. Örtliche Quellen berichten von der Gefahr weiterer hunderttausender Flüchtlingen und einem Massaker. Wenige Tage zuvor hat der Islamische Staat (IS) eine militärische Großoffensive auf das von überwiegend KurdInnen bewohnte Kobanê gestartet. Dabei sollen nun dutzende Dörfer evakuiert worden sein. Frauen und Kinder aus 100 umliegenden Dörfern wurden ins Zentrum der Stadt Kobanê gebracht. Die Gefechte zwischen dem IS, der mit schwersten Waffen, die zuvor im Irak und Syrien erbeutet wurden, seinen bisher ausgedehntesten und heftigsten Angriff auf die kurdische Zivilbevölkerung durchführt, und den kurdischen Verteidigungseinheiten (YPG) dauern örtlichen Angaben zufolge weiter an.Im Gespräch mit Civaka Azad erklärte Demirtas, Co-Vorsitzender der Demokratischen Partei der Völker (HDP), dass immer mehr Flüchtlinge aus Kobanê in der Türkei eintreffen. „Nur etwa tausend Meter von der Grenze entfernt sind heftigste Gefechte zu beobachten. Zu sehen ist, wie mehrere Dörfer bombardiert werden. Die Lage um Kobanê ist äußerst kritisch. Bei Fortdauer der Angriffe des IS, ist davon auszugehen, dass sich mehr als 100.000 Flüchtlinge über die Grenze begeben werden. Ich rufe die internationale Öffentlichkeit, Presse, politische Delegationen dazu auf, nach Urfa zu kommen, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Die Menschen bedürfen dringender humanitärer Hilfe.“Weiter erklärte der außenpolitische Sprecher der HDP-Fraktion im türkischen Parlament Nazmi Gür im Gespräch mit Civaka Azad, dass die Situation der aus Kobanê geflüchteten Menschen sehr prekär sei. Es bedarf dringender internationaler Unterstützung. Es ist von äußerster Wichtigkeit, dass internationale Beobachtungsdelegationen nach Urfa entsendet werden.Indessen reiste eine Delegation aus der Türkei, bestehend aus Parlamentsabgeordneten der HDP, VertreterInnen des Demokratischen Gesellschaftskongress (DTK) und der Demokratischen Partei der Regionen (DBP) nach Kobanê, um sich vor Ort ein Bild von der Lage zu machen. Der ehemalige Parlamentarier und jetzige Oberbürgermeister der Provinz Mêrdîn (Mardin) rief in einer Rede vor der Bevölkerung von Kobanê dazu auf, den Widerstand von Kobanê zu unterstützen: „Wenn ihr heute Kobanê nicht unterstützt, der Bevölkerung keine Waffen zum Schutz gegen die IS-Terroristen gebt, wann dann?“Im anschließenden Gespräch mit der Co-Vorsitzenden der Partei der Demokratischen Einheit (PYD) Asia Abdullah erklärte die Delegation, alles in ihrer Macht zur Verfügung stehende zu unternehmen, um den Flüchtlinge aus Kobanê zu helfen und verwies dabei auch auf die dringende Notwendigkeit internationaler Unterstützung.Als Civaka Azad -Kurdisches Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit e.V. rufen wir dazu auf, in den nächsten ein bis drei Tagen Beobachtungsdelegationen in die Region zu entsenden. Wer Interesse hat, an Delegationen im Rahmen einer Fact Finding Mission teilzunehmen, kann sich an unser Büro wenden. Alle weiteren Details wie Dolmetscher, Delegationsbegleitung und Kontaktpersonen vor Ort können anschließend besprochen und geklärt werden. 

 

Für weitere Informationen und Rückfragen stehen wir Ihnen gerne per Mail oder unter der Nummer 0049/6984772084 oder 0049/15738485818 zur Verfügung. 

 

Civaka Azad - Kurdisches Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit e.V.  Civaka Azad - Kurdisches Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit e.V.

www.civaka-azad.org // Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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Tel.: 069/84772084, Mobil: 01573/8485818 

 

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