12. November 2014

28-jährige Studentin von türkischer Armee an der Grenze zu Kobane erschossen

Als KünstlerInnen Ende letzter Woche an der Grenze zwischen der Türkei und Syrien nahe Kobane protestierten und versuchten die Grenze zu überqueren erschossen türkische Soldaten die 28-jährige Studentin Kader Ortakaya ohne Vorwarnung. Die Studentin wurde mit scharfer Munition von hinten in den Kopf geschossen, so Augenzeugen, darunter auch eine Abgeordnete der im Parlament vertretenen pro-kurdischen DBP (Partei der Regionen). Zwei weitere KünstlerInnen wurden durch Tränengasgranaten und scharfe Munition verletzt.
Die Gruppe hatte sich mehrere Tage in Suruc aufgehalten, um ihre Solidarität mit den vom Islamischen Staat (IS) bedrohten Menschen in Kobane zum Ausdruck zu bringen. Unter ihnen war auch der bekannte Liedermacher Ferhat Tunc. Kader Ortakaya hatte am Vortag ihres Todes ein ausführliches Interview mit dem kurdischen Fernsehsender Sterk TV geführt. „Soldaten visierten die Studentin an und schossen ihr mit scharfer Munition von hinten gezielt in den Kopf,“ so eine Augenzeugin. „Das war eine bewusste Hinrichtung.“


„Es ist unerträglich, dass in der Türkei seit Anfang Oktober rund 40 Menschen von Sicherheitskräften sowie Anhängern der AKP und der radikal-islamischen Hisbullah mit scharfer Munition und Tränengasgranaten erschossen wurden. Offensichtlich bekämpft die Regierung Davotoglu/Erdogan die Solidarität mit den Menschen in Kobane und lässt den Islamischen Staat (IS) weiterhin gewähren,“ kritisiert Barbara Cárdenas, Mitglied des Landtags Hessen, DIE LINKE
„Während immer noch Kämpfer des IS die Grenze nach Syrien passieren können, wie jüngste Berichte und Filmaufnahmen belegen, macht die türkische Armee Jagd auf diejenigen, die weitere Kriegsverbrechen der Djihadisten verhindern wollen. Es muss Druck auf die türkische Regierung ausgeübt werden, ihre zynische Waffenbrüderschaft mit dem IS sofort zu beenden,“ kommentiert Marion Padua, Stadträtin Nürnberg, Linke Liste.
„Unsere Trauer und Solidarität ist mit den Verwandten und Freunden von Kader Ortakaya und dem Widerstand gegen den menschenfeindlichen IS in Kobane und Sengal (Nordirak). Wenn die Bundesregierung ihre eigenen humanistischen Ansprüche ernst nimmt, muss sie sofort die föderalen, multiethnischen Selbstverwaltungsstrukturen in Rojava anerkennen, Waffenexporte an Saudi Arabien, Katar und die Türkei stoppen und ihre hauptsächlich an ökonomischen und strategischen Interessen im Mittleren Osten orientierte Politik beenden,“ fordert Martin Dolzer, Soziologe und Kandidat für die Bürgerschaftswahl in Hamburg, DIE LINKE.
„In der Bundesrepublik ist die Aufhebung des PKK-Verbots längst überfällig. Die Organisation wirkt seit Jahren für Frieden und ist gemeinsam mit den Selbstverteidigungskräften der YPG aus Rojava diejenige Kraft, die die Menschen am effektivsten vor den Kriegsverbrechen des IS schützt. Die PKK sollte zudem von der EU-Terrorliste gestrichen werden,“ so Ulla Jelpke, Mitglied des Bundestags.

Ulla Jelpke, Mitglied des Bundestags, DIE LINKE
Barbara Cárdenas, Mitglied des Landtags Hessen, DIE LINKE
Marion Padua, Stadträtin Nürnberg, Linke Liste
Martin Dolzer, Soziologe und Kandidat zur Bürgerschaftswahl in Hamburg DIE LINKE.
Hamide Akbayir, Mitglied im Rat der Stadt Köln, DIE LINKE
Yilmaz Kaba, Mitglied der Föderation der Ezidischen Vereine e.V
Bundesarbeitskreis "Demokratie in der Türkei, Frieden in Kurdistan" BAK-DTFK, DIE LINKE

 

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