06. Januar 2015

Resolution zu Kobanê

Kobanê ist wieder aus den internationalen Medien verschwunden. Doch noch immer wird die Stadt im Norden Syriens vom so genannten Islamischen Staat (IS) angegriffen, noch immer kämpfen die Männer und Frauen dort um ihre Freiheit und ihr Leben. Trotz militärischer Erfolge der YPG und der YPJ ist die humanitäre Situation in der belagerten Stadt außerordentlich kritisch. Mit dem einbrechenden Winter und der unfreiwilligen Rückkehr von Flüchtlingen aus der Türkei verschärft sich die Lage weiter. Kobanê braucht dringend internationale Unterstützung und vor allem einen Korridor, über den humanitäre Hilfe und freiwillige KämpferInnen die belagerte Stadt über die Türkei erreichen können.

 

Nach wie vor hält die Türkei ihre Grenze zu Rojava geschlossen, während die Übergange in den Rest Syriens offen sind. Damit bleibt der Zugang zum direkt dahinter gelegenen Kobanê versperrt. Dieses faktische Embargo erschwert und verhindert die Versorgung sowohl der KämpferInnen in Kobanê als auch der BewohnerInnen, die wegen ihrer katastrophalen Behandlung in der Türkei zunehmend in die umkämpfte Stadt zurückkehren. Die humanitäre Lage in Kobanê schreit zum Himmel: Brunnen und Wasserleitungen sind zerstört. Trinkwasser muss in Plastikflaschen in die Stadt eingeführt werden. Der Vorrat ist jedoch sehr knapp und wird nicht mehr lange ausreichen, wenn die Grenze nicht geöffnet wird. Ebenso mangelt es an Nahrung, vor allem an Weizen und Mehl, um zumindest den Grundbedarf an Nahrung zu decken. Der Vorrat an Heizöl und Brennstoff für Generatoren zur Stromerzeugung geht zu Ende. Auch Winterkleidung fehlt den Menschen, die auf ihrer Flucht alles zurücklassen mussten. Die drei Krankenhäuser der Stadt wurden durch Angriffe des IS zerstört. Mangels Medikamenten und Strom können in den Lazaretten weder Operationen noch einfache Behandlungen durchgeführt werden.

Deshalb fordern wir

  • die Errichtung eines Korridors für humanitäre Hilfe unter der Kontrolle der UN
  • internationale Expertenteams zur Untersuchung der Lage in Kobanê
  • Sicherstellung der Trinkwasser- und Nahrungsversorgung
  • Entsendung internationale Ärzteteams für die medizinische Versorgung
  • Bereitstellung technischen Equipments für den Wiederaufbau der Stadt.

Wir fordern die türkische Regierung auf, ihre faktische Blockade von Kobanê und Rojava sofort zu beenden.

Wir fordern die deutsche Bundesregierung auf, mit allem Nachdruck die Türkei zur Aufhebung dieses Embargos zu bringen.

 

 

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Mitglieder des SprecherInnenrats:
Ercan Ayboga, Thüringen
Bianca Winter, Hessen
Cansu Özdemir, Hamburg
Mazlum Koc, Bremen
Ayten Kaplan, Nordrhein-Westfalen
Markus Dowe, Nordrhein-Westfalen